Kategorie: schriftstück


Heute keine Schwulen!

14. Juni 2010 - 13:50 Uhr

Der Prater Biergarten in meinem Kiez Prenzlauer Berg schient ein Problem mit Schwulen zu haben und liefert ein weiteres Fallbeispiel für die Fallstricke der Social Media Kommunikation vor der eigenen Haustür.

Hintergrund ist folgender: Am Freitag Abend wurde wohl mit dem Kommentar eines Türstehers “Heute keine Schwulen” einem Pärchen der Zutritt verweigert. Der Ärger im Freundeskreis war zurecht groß und so hat ein Freund der beiden diese Geschichte kommentiert und – gespickt mit Empfehlungen für alternative Biergärten in Berlin – auf der Facebook Gruppe (gelöscht) des Praters gepostest. Entsprechend empörte Kommentare anderer Nutzer folgten. Leider reagierte der Moderator der Gruppe mit der kommentarlosen Löschung der Beiträge. Später hatte er sich dafür entschuldigt, dass bis auf zwei Beiträge alle gelöscht wurden. Seitdem ist nichts geschehen.

Heute keine Schwulen!

Nun wird nicht ersichtlich, inwiefern die Facebook Gruppe mit dem Unternehmen verknüpft ist. Die Problematik wird deutlich: Jeder Nutzer kann Fangruppen gründen und somit als Repräsentant des Unternehmens wahrgenommen werden. Fehlverhalten eingeschlossen und in den seltensten Fällen kommen Gruppengründer aus der PR und sind Spezialisten für Social Media. Dennoch ist an diesen Stellen gesunder Menschenverstand zu erwarten. Sollte der Moderator der Gruppe nicht in Verbindung mit dem Unternehmen stehen, hätte er dies schlichtweg klarstellen und die Geschichte an die Veranstalter weiterleiten können.

Entsprechende Reaktionen der Szene sind zu erwarten. Kommentare in weiteren Nutzerprofilen fordern ein Kiss-In. Mit dieser Art von Protestaktion haben bereits letztes Jahr Schwule und Lesben vor einem Eisladen in Schöneberg gegen schwulenfeindliche Beleidigungen des Besitzers protestiert. In diesem Fall bleibt zu hoffen, dass eine wachsende öffentliche Kritik die Verantwortlichen dazu bewegt, der Sache auf den Grund zu gehen und eine Stellungnahme erfolgt. Also bitte mal ein Wörtchen mit der Security reden oder eben die Türpolitik überdenken. Bis dahin hier noch eine Biergartenalternative: Bierhof Rüdersdorf direkt neben dem Berghain soll toll sein.

UPDATE: Der Moderator hat sich bei mir gemeldet. Er sagt, dass nur Gast sei und das Verhalten der Security nicht gutheißen würde, wenn es denn so passiert wäre. Die Kommentare hätte er gelöscht da diese zum Teil unter die Gürtelline gingen und alle den gleichen Ton und die Aussage hatten. Dies mache aus seiner “Sicht der Dinge keinen Sinn”. Natürlich rechtfertigt das nicht die kommentarlose (!) Löschung der Beiträge.

UPDATE 2: Die Facebookgruppe ist nicht mehr erreichbar und scheinbar gelöscht worden. Hoffentlich finden die Betreiber des Praters trotzdem einen Weg, Stellung zu beziehen.

UPDATE 3: Habe den Prater via Mail um Stellungnahme gebeten. Warten wir mal ab.

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Rock’n'Roll.

19. April 2009 - 09:39 Uhr

bang

Umhängetaschentypen schlürfen über Kopfsteinpflaster und ihren Kaffee aus mitgebrachten Pappbechern. Montagmorgen ist Afterhour im Bang Bang Club. Vielleicht haben sich die Macher des Clubs bei der Namensfindung am Takt der S-Bahn orientiert, die hier laut über die Brücke rattert. Zwischen den Stützpfeilern verfangen sich die montäglichen Realitätsflüchtigen im Bass. Liebeslieder haben andere Melodien. Hier dröhnt der Dreck. Er kommt gern her, wippt unter den Feiernden vor dem Club und ist doch nicht dabei. Er sehnt sich mitten hinein, aber bleibt auf seinem Platz. Nach einigen Minuten macht er sich auf, dabei spielt sein Rollstuhl eine eigene Kopfsteinpflastermelodie.

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Nesthäkchen.

11. März 2009 - 17:42 Uhr

geschwister2

Große Brüder sind schon Underground, sobald sie die häuslichen Kellerräume beziehen. Sie sind Kumpanen der Kindheit, immer ein Stück voraus. Singen bereits englische Liedtexte, wenn Fremdsprache noch Fremdwort ist. Sie rebellieren, hören illegale Musik und bringen einen an abenteuerliche Orte. Für manche Mädchen sind große Brüder die erste Liebe. Deshalb können große Brüder einem das häßlichste Meerschwein der Stadt schenken und es im nächsten Sommer aus Versehen im Garten entwischen lassen. Große Brüder können Katzen ärgern ohne aufzupassen in welchem Arm die verärgerten Krallen landen. Sie können die Schokolade aus dem Adventskalender klauen. Große Brüder können einen beim Toben zum Weinen bringen und einen fallen lassen, während man nach einer Erdbeere greift. Große Brüder können schlechte Vorbilder sein. Große Brüder können sich alles erlauben. Bis zu einem gewissen Alter es ernst wird.

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Überschrift.

3. März 2009 - 17:24 Uhr

Hier bloggt bald Denise. Komm wieder.

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